Adolph-Kolping-Berufsschule
Bamberg
Angriffe auf Politiker und Wahlhelfer, Ausgrenzung und Diskriminierung von Fremden und Minderheiten, Verharmlosung und Verbreitung extremistischer Parolen und Positionen – was wir aktuell in unserem Land erleben, erfüllt uns mit größter Sorge. In diesem Jahr feiern wir das 75-jährige Bestehen des Grundgesetzes der Bundesrepublik. Zugleich müssen wir erkennen, dass die Demokratie, die unsere Verfassung schützen und fördern soll, in Gefahr ist.
Die Gründe hierfür sind vielfältig. Wirtschaftliche Unsicherheit, soziale Ungleichheit und Angst vor sozialem Abstieg befördern eine skeptische Haltung gegenüber dem politischen System. Das zunehmend breite Spektrum an Meinungen und Lebensstilen schafft Verunsicherung, erschwert Identifikation und polarisiert die Gesellschaft. Ein fruchtbarer Boden für Populisten, Verschwörungstheorien und einfache Erklärungen, die nur scheinbar Antworten auf komplexe Probleme bieten.
Demokratie ist so stark, wie wir sie gestalten. Als demokratisch verfasster, katholischer Sozialverband bekennen wir uns bei Kolping zu den Werten des Grundgesetzes der Bundesrepublik und nehmen gesellschaftliche und politische Verantwortung wahr. Unter dem Dach dieses Verbandes tritt auch unsere Adolph-Kolping-Berufsschule konsequent gegen Realitätsverweigerung, verfassungsfeindliche Ziele sowie extremistisches, islamistisches, nationalistisches, antisemitisches oder rassistisches Gedankengut ein.
Ein konkretes Beispiel für dieses Engagement ist die „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ – ein bundesweites Präventionsprojekt, an dem derzeit über 4.000 Schulen teilnehmen. Sie haben sich verpflichtet, aktiv gegen jede Form von Diskriminierung vorzugehen und sich für einen gewaltfreien, demokratischen Umgang miteinander einzusetzen. Auch die Adolph-Kolping-Berufsschule ist Teil dieses Netzwerks. Wir legen großen Wert darauf, sowohl im täglichen Miteinander als auch mit speziellen Projekten die Werte unserer Selbstverpflichtung zu leben.
Skepsis gegenüber etablierten Institutionen und ein zunehmender Verzicht auf politische Mitbestimmung gedeihen besonders dort, wo Menschen sich abgehängt und ohne Perspektive fühlen. Die AKBS widmet sich deshalb nicht nur der fachlichen Ausbildung, sondern fördert die Schülerinnen und Schüler umfassend in ihrer individuellen, sozialen, schulischen und beruflichen Entwicklung. Wir sorgen für den Abbau von Bildungsbenachteiligungen, stärken die Persönlichkeit, entwickeln Informationskompetenz und fördern gesellschaftliche Teilhabe. Denn Mitbestimmung schafft Selbstvertrauen und entzieht extremistischen Tendenzen den Nährboden.
In diesem Sinne freuen wir uns im Rückblick auf das vergangene Schuljahr über die tollen Leistungen der Schülerinnen und Schüler und danken allen, die daran mitgewirkt haben – den Lehrkräften, den Eltern, den Förderern und Unterstützern und denen, die im Hintergrund tagtäglich den reibungslosen Ablauf des Schulbetriebs ermöglichen.
Den Mitarbeitenden unserer Schule und allen Schülerinnen und Schülern wünsche ich eine erholsame und schöne Sommerzeit!

Wolfram Kohler Geschäftsführer
